FIGÜRLICHE KOMPOSITION ZUM THEMA SPORT UND FREIZEIT
FIGÜRLICHE KOMPOSITION ZUM THEMA SPORT UND FREIZEIT
1972
Diplomarbeit Bildhauerei
Gewaschene Steine in Betonbett
12 Platten
H220 x B120 x T20cm
Restaurierung 2025/2026
Das Natursteinmosaik „Sport und Freizeit“ entstand 1974 als Diplomarbeit von
DER KÜNSTLER
Er gehört zu jener Generation von Künstlern, deren Werk stark durch die Erfahrungen der Nachkriegszeit geprägt wurde. Seine Kindheit im kriegszerstörten Berlin beeinflusste nachhaltig seine künstlerische Haltung und führte zu einem ausgeprägten humanistischen und pazifistischen Verständnis von Kunst. Früh entwickelte er ein Interesse an Literatur, Zeichnung und Naturbeobachtung, verbunden mit einer großen Sensibilität für Materialität und handwerkliche Prozesse.
Nach einer Lehre als Maler arbeitete Schütze zunächst mehrere Jahre im handwerklichen Bereich, bevor er sich intensiv der Kunst widmete. Von 1965 bis 1967 besuchte er ein Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee bei Johannes Richter. Anschließend studierte er dort bis 1972 Malerei bei
Nach dem Studium blieb Schütze eng mit der Kunsthochschule verbunden. Er arbeitete zunächst als Aspirant und Assistent und war später Lehrbeauftragter im Grundlagen- und Naturstudium. Die genaue Beobachtung von Natur, Körper und räumlicher Struktur wurde dadurch zu einem zentralen Bestandteil seines eigenen Werks wie auch seiner Lehrtätigkeit.
Das Werk von Siegfried Schütze umfasst Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Frottagen, Assemblagen, Reliefs und plastische Arbeiten. Charakteristisch ist die Verbindung von figurativer Tradition mit experimenteller Materialarbeit und poetischer Bildauffassung. Wiederkehrende Motive sind Landschaften, Steine, organische Strukturen, menschliche Figuren sowie Spuren von Zeit, Erosion und Veränderung. Seine Arbeiten bewegen sich häufig zwischen Gegenständlichkeit und freier, atmosphärischer Verdichtung.
Neben seinem freien Werk war Schütze auch an bedeutenden Kunst-am-Bau-Projekten beteiligt, unter anderem am Palast der Republik sowie am Konzerthaus Berlin. Über Jahrzehnte entwickelte er ein vielschichtiges künstlerisches Œuvre, das Naturbeobachtung, Materialerfahrung und existenzielle Fragestellungen miteinander verbindet. Seine Arbeiten zeigen eine kontinuierliche Suche nach einer Verbindung von Mensch, Natur und poetischer Wahrnehmung.
Schütze ist seit den 1970er-Jahren mit über 100 Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland vertreten.