FIGÜRLICHE KOMPOSITION ZUM THEMA SPORT UND FREIZEIT

SIEGFRIED SCHÜTZE

1972
Diplomarbeit Bildhauerei
Gewaschene Steine in Betonbett
12 Platten

H220 x B120 x T20cm

Restaurierung 2025/2026






  ORT


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WERK + GESCHICHTE

Das Natursteinmosaik „Sport und Freizeit“ entstand 1974 als Diplomarbeit von
Siegfried Schütze im Fachgebiet Bildhauerei. Die figürliche Komposition besteht aus gewaschenen, in ein Betonbett eingebundenen Steinen und setzt sich aus zwölf Platten zusammen. Ursprünglich war das Werk an einer Seitenwand am Rand des ehemaligen Schwimmbeckens der Kunsthochschule angebracht. Nach dem Abbruch der Grundstückswand im Jahr 1995 wurden die Platten zur Bronzegießerei der Kunsthochschule in Johannisthal transportiert und dort eingelagert. Im Jahr 2025 wurden sie wiederentdeckt, durch Reinigung, Neuverfugung und teilweise Ergänzung restauriert und an ihren Ursprungsort zurückgebracht.




DER KÜNSTLER

Siegfried Schütze (*1940 in Berlin) ist Maler, Grafiker und Bildhauer.
Er gehört zu jener Generation von Künstlern, deren Werk stark durch die Erfahrungen der Nachkriegszeit geprägt wurde. Seine Kindheit im kriegszerstörten Berlin beeinflusste nachhaltig seine künstlerische Haltung und führte zu einem ausgeprägten humanistischen und pazifistischen Verständnis von Kunst. Früh entwickelte er ein Interesse an Literatur, Zeichnung und Naturbeobachtung, verbunden mit einer großen Sensibilität für Materialität und handwerkliche Prozesse.

Nach einer Lehre als Maler arbeitete Schütze zunächst mehrere Jahre im handwerklichen Bereich, bevor er sich intensiv der Kunst widmete. Von 1965 bis 1967 besuchte er ein Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee bei Johannes Richter. Anschließend studierte er dort bis 1972 Malerei bei Günter Brendel und Fritz Dähn und schloss als Diplom-Maler ab. In dieser Zeit setzte er sich intensiv mit figurativer Komposition, Naturstudium und gesellschaftlichen Themen auseinander. Seine Diplomarbeit trug den Titel „Figürliche Komposition zum Thema Sport und Freizeit“.

Nach dem Studium blieb Schütze eng mit der Kunsthochschule verbunden. Er arbeitete zunächst als Aspirant und Assistent und war später Lehrbeauftragter im Grundlagen- und Naturstudium. Die genaue Beobachtung von Natur, Körper und räumlicher Struktur wurde dadurch zu einem zentralen Bestandteil seines eigenen Werks wie auch seiner Lehrtätigkeit.

Das Werk von Siegfried Schütze umfasst Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Frottagen, Assemblagen, Reliefs und plastische Arbeiten. Charakteristisch ist die Verbindung von figurativer Tradition mit experimenteller Materialarbeit und poetischer Bildauffassung. Wiederkehrende Motive sind Landschaften, Steine, organische Strukturen, menschliche Figuren sowie Spuren von Zeit, Erosion und Veränderung. Seine Arbeiten bewegen sich häufig zwischen Gegenständlichkeit und freier, atmosphärischer Verdichtung.

Neben seinem freien Werk war Schütze auch an bedeutenden Kunst-am-Bau-Projekten beteiligt, unter anderem am Palast der Republik sowie am Konzerthaus Berlin. Über Jahrzehnte entwickelte er ein vielschichtiges künstlerisches Œuvre, das Naturbeobachtung, Materialerfahrung und existenzielle Fragestellungen miteinander verbindet. Seine Arbeiten zeigen eine kontinuierliche Suche nach einer Verbindung von Mensch, Natur und poetischer Wahrnehmung.

Schütze ist seit den 1970er-Jahren mit über 100 Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland vertreten.





Siegfried Schütze beim Einsetzen der Steine


Erstellungsprozess mit Vorlage und Steinbett


Porträt Siegfried Schütze


Das Werk am ehemaligen Schwimmbecken



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